I. Gründung in Weimar
II. Japan
III. Korea
IV. Rückblick
SITEMAP
127 Jahre jung und noch kein bisschen müde.
I. Gründung in Weimar
Bericht von Heinrich Hitz, Basel, Ehrenpräsident der SOAM seit 1998
Die Schweizerische Ostasienmission (SOAM) ist 50 Jahre alt. (erschienen im: Schweizerisches Reformiertes Volksblatt SRV)
Es sei einleitend in Erinnerung gerufen, dass die Ostasienmission im Jahre 1884 in Weimar gegründet worden war. Den Anstoss dazu gab der Schweizer Pfarrer Ernst Buss (1843-1928) mit einer grundlegenden missionstheologischen Arbeit, in welcher der Verfasser die Verdienste der alten Missionen gebührend würdigte, aber auch heftige Kritik an einzelnen ihrer Grundsätze übte. Die neue Mission bekam den Namen «Allgemeiner Evangelisch Protestantischer Missionsverein» (AEPMV), während die Bezeichnung «Ostasienmission» erst später aufgrund der Arbeitsgebiete China und Japan (seit 1885) gewählt wurde. Der Verein war international und sollte das gesamte deutsche Sprachgebiet umfassen. In der Schweiz gab es in diesem Rahmen einen Schweizer Landesverband.
Nach dem 2. Weltkrieg
998 wird die SOAM 50 Jahre alt. Sie wird dieses Ereignis in bescheidenem Rahmen feiern. Sie tut das nicht im Stolz auf eine «Heldentat"» ihrer Gründer, sondern -- wie gesagt - in Bescheidenheit. Weiss sie doch, dass die Gründung (oder genauer gesagt die Verselbständigung einer bestehenden Organisation) aus einer Notlage heraus geschah. 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen und hatte viel äussere und innere Not hinterlassen. Dazu zählte auch die durch die politische Lage entstandene Spannung innerhalb der das ganze deutsche Sprachgebiet umfassenden Ostasienmission, vor allem zwischen dem deutschen Zweig, und den Schweizern. Der Nazi-Staat und die Achse Berlin-Rom-Tokyo hatten tiefe Spuren in der Zusammenarbeit hinterlassen und zu einer Entfremdung zwischen deutschen und schweizerischen Missionsfreunden geführt, sodass die Leitung des Schweizer Zweiges damals keine Möglichkeit zu einer weiteren Zusammenarbeit mehr sah. «Wir wollen selbständig werden», sagte man in der Schweiz. Dies umso mehr, als der Anstoss zur Gründung des AEPMV um 1880 herum aus der Schweiz gekommen war und der Schweizer Zweig notgedrungen während Jahren die Hauptlast der Arbeit und der finanziellen Aufwendungen getragen hatte. Vermutlich wollte man mit der Verselbständigung auch den leitenden Ideen des Gründers, des Schweizer Pfarrers E. Buss, wieder näher kommen, da man in den Kreisen der Schweizer Missionsfreunde schon früher unter einem gewissen deutschen Übergewicht gelitten hatte (das Direktorium befand sich nämlich in Berlin).
Das Wagnis der Verselbständigung
Im Jahre 1948 wurde die sog. «Basler Vereinbarung» unterzeichnet, während die rein organisatorische Verselbständigung in den Jahren 1945/46 geschaffen worden war. Die erwähnte Vereinbarung - sie trat auf den 1. Januar 1949 in Kraft - legte fest, dass die Arbeit in Japan zwischen der Deutschen und der SOAM folgendermassen aufgeteilt wurde: Die Deutschen sollen weiterhin in Tokyo tätig bleiben, während die Schweizer die Arbeit in der alten Kaiserstadt Kyoto übernehmen und weiterführen. Zur Verwaltung des Grundbesitzes in Japan wurde eine Stiftung (jap. Zajidan Hojin) gegründet, deren Leitung in der Hand von Schweizern lag, weil so im damals amerikanisch besetzten Japan die Beschlagnahme als «Feindesgut» verhindert werden konnte. So kommt es, dass die DOAM und die SOAM in Japan immer noch miteinander verbunden geblieben sind. Zum Glück! Denn die Entfremdung wurde mit der Zeit überwunden, und heute ist zwischen SOAM und DOAM wieder eine vertrauensvolle Freundschaft entstanden.
Schmerzlich war dann die Tatsache, dass bald die vielfältige, erfolgreiche Arbeit in China, in Tsingtao, aufgegeben werden musste und die letzten Schweizer China-Missionare der SOAM, das Ehepaar Dr. Rieder und die Krankenschwester Elisabeth Kastler, Ende 1951 in die Schweiz zurückkehrten.
So berührt uns heute der Rückblick auf 50 Jahre SOAM in manchem schmerzlich. Aber er gibt auch sehr viel Grund zu tiefer Dankbarkeit dem göttlichen Auftraggeber gegenüber: Denn in diesen 50 Jahren durfte die Arbeit in Japan neu aufgebaut werden. Dann folgte die Übernahme von Aufgaben in Indonesien, und schliesslich der Beginn der Zusammenarbeit mit presbyterianischen Kirchen in Korea.
Was sonst 1998 noch gefeiert werden kann
In diesem ersten, summarischen Rückblick darf auch erwähnt werden, dass 1998 weitere Gedenktage zu vermerken sind:
- 25 Jahre internationales Sozialzentrum KISWEC in Kyoto,
- 10 Jahre seit der Unterzeichnung der Zusammenarbeitsverträge zwischen dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und der Vereinigten Kirche Christi in Japan (Kyodan) und den beiden presbyterianischen Kirchen PCK und PROK von Korea in Hakone bei Tokyo und in Seoul.



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