Kyoto
KISWEC
Projektbeschreibung
Geschichte des KISWEC
Haus der Begegnung - HdB
Tokio
SITEMAP
Das schweizerisch - japanische Sozialzentrum (KISWEC) in Kyoto/Japan.
Was ist K I S W E C ?
Zuerst zum Namen KISWEC, er bedeutet Kyoto International Social Welfare Exchange Center. Entstanden ist es aus dem ärztlichen Dienst der SOAM und einem nicht sehr lange bestehenden Lebensberatungszentrum heraus nach einer längeren Phase derAbklärungen, des Suchens und Vorbereitens. Das sich rasch von den Folgen des 2. Weltkrieges erholende Japan erlebte sein Wirtschaftswunder. Aber wie überall gibt es in Zeiten der Hochkonjunktur nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Das sind die Menschen, welche auf der Schattenseite unseres Fortschritts leben und auf der untersten Sprosse der sozialen Stufenleiter stehen bleiben, wie z.B. behinderte Menschen und solche, die weder Berufslehre noch Studium absolvieren konnten. Da tut soziale, diakonische Arbeit not. Weil diese in der Schweiz recht gut ausgebildet ist und wirkungsvoll eingreifen kann, wünschten christlich denkende und die Gefahren sozialer Spannungen erkennende Menschen und Behörden in Kyoto den Aufbau von Sozialarbeit auch im erstarkenden Japan. Von schweizerischer Seite sah die damals wirkende Leitung der SOAM unter der Führung von Präsident W. Kuhn und Inspektor A. Bänziger die Chance, hier einen diakonisch-sozialen und zugleich missionarischen Auftrag zu erfüllen. In der Person von Pfr. H. Tokoro, unterstützt vom Wohlfahrtsamt der Stadt Kyoto, die eine Partnerschaft mit der Stadt Zürich einging, stand ein zuverlässiger und kompetenter Leiter für das neue Werk zur Verfüung. So trat man gemeinsam an die neue Aufgabe heran.
Vor 25 Jahren waren die Vorbereitungen so weit gediehen, dass das Projekt in die Phase der Realisierung eintreten konnte. Von Anfang an wirkte immer ein Schweizer SOAM - Mitarbeiter in der Leitung mit. Was in 25jährigem Einsatz aufgebaut worden ist, darf sich heute sehr wohl sehen lassen: Eine in Japan anerkannte Fachhochschule für soziale Arbeit, ein Zentrum der Aus- und Weiterbildung und Betreuung, dem bereits fünf, bald einmal sechs Betriebe und Werkstätten für körperlich und geistig behinderte Menschen angegliedert sind. Ungefähr 200 Behinderte finden hier Arbeit, Verdienst und eine Heimat. Und der allezeit tätige, von seiner Gattin tatkräflig unterstützte Leiter, Pfr. Tokoro, kennt keinen Stillstand, sondern entwickelt laufend neue Gedanken und Ideen.
Jubiläumsfeier
Geburtstag. Dazu waren neben der SOAM alle bisher im KISWEC wirkenden Schweizer Mitarbeiter eingeladen, und sie kehrten an den Ort ihrer einstigen Wirksamkeit zurück und erfuhren, wie geschätzt sie heute dort noch sind. Sie hatten Gelegenheit, in Seminaren und Vorträgen Erinnerungen aufzufrischen, von ihrem weiteren Lebensweg zu erzählen und neue Ideen einzubringen. Als Vertreter der SOAM durften Pfr. Gerrit de Haan, Luzern, Referent für das Werk in der SOAM, und der Schreibende als ehemaliger Präsident nicht nur ein Jubiläumsgeschenk überreichen, sondern auch den Dank des KISWEC und seines Leiters Tokoro entgegennehmen.
Gegen 500 geladene Gäste, darunter alle Behinderten mit Angehörigen, versammelten sich am 2. November 1998 im grossen Saal des ersten Hotels von Kyoto zu einer eindrücklichen Feier, in der nicht nur Menschen gerühmt, sondern vor allem auch Gott für seine Begleitung und seinen Schutz gedankt wurde. Bibelworte wurden verlesen, Gebete gesprochen und um den weiteren Segen Gottes gefleht.
Der bewegendste Augenblick der Feier kam spontan am Schluss: Da stürmten die Behinderten («meine Studenten», wie Pfr. Tokoro sie nennt) auf die Bühne, um dort in Freudentänzen und Liedern ihre Dankbarkeit auszudrücken.
200 Behinderte im besten Hotel einer Grossstadt - wäre so etwas bei uns auch möglich? Etwa im Hotel Dolder in Zürich oder im 5-Sterne-Hotel Quellenhof in Bad Ragaz?
Dass dies in Kyoto möglich wurde, weist auf den weiten Weg zur Anerkennung hin, den die Behinderten unter Leitung von Herrn Pfr. Tokoro zurückgelegt haben, und das führt uns zur Frage: «Wie weit sind behinderte Mitmenschen bei uns in die Gesellschaft aufgenommen?» Diese Frage ist bei uns ja in den letzten Jahren wirtschaftlicher Krise besonders aktuell geworden.
Dass die SOAM hier einen wichtigen Auftrag ausführen durfte, erfüllt mich nicht nur mit Freude und Dank, sondern zeigt uns auf, was Mission in einem so hoch entwickelten Land wie Japan heissen kann. Da sind Grundgedanken Jesu wahrhaftig in die Tat umgesetzt worden. Der Auftrag, Licht der Welt und Salz der Erde zu werden, ist da ausgeführt worden. Es bleibt die Hoffnung, dass das sich weiter so gefreut entwickeln kann, und die vielen guten Wünsche, die der jubilierenden Institution von vielen Seiten auf den weiteren Weg mitgegeben worden sind.
Demnächst wird ein neues Gebäude mit Räumen für die Schulung errichtet werden. lm Garten soll ein von der SOAM gestifteter Baum gepflanzt werden zum Zeichen der weiteren Verbundenheit. Dieses Jubiläumsgeschenk soll auch das Leben im KISWEC darstellen, das weitergeht und noch viele Früchte hervorbringen mag.



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