I. Gründung in Weimar
II. Japan
III. Korea
IV. Rückblick
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III. Korea
Bericht von Heinrich Hitz, Basel, Ehrenpräsident der SOAM seit 1998
Die Schweizerische Ostasienmission (SOAM) ist 50 Jahre alt. (erschienen im: Schweizerisches Reformiertes Volksblatt SRV)
Nach den Berichten über ein Projekt in Japan und die Arbeit in Indonesien folgt nun einer über das jüngste Arbeitsgebiet der SOAM:
Das «Land der Morgenstille» - Korea
Ganz genau genommen müssen wir von Süd-Korea sprechen. Ist dieses leidgeprüfte Land, das als Halbinsel eine Brücke zu Japan bildet, doch aus der Zeit des kalten Krieges leider immer noch geteilt. Wenn im folgenden von Korea die Rede ist, ist damit stets der Süden gemeint.
Zum Anfang ein wenig Geschichte
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges beginnt für Korea eine neue, längst erhoffte Phase seiner Geschichte. Japan hat 1945 kapituliert...Korea wird von der Fremdherrschaft befreit. Die Zeit als japanische Kolonie ist vorbei. Aber leider sollten die damit verbundenen Hoffnungen nicht in Erfüllung gehen. Denn 1950 bricht der Korea-Krieg aus, der bis 1953 dauert und das Land weitgehend verwüstet, und - wie schon gesagt - die Teilung des Landes in einen südlichen, dem Westen nahe stehenden und in einen nördlichen, kommunistischen Staat zur Folge hat. Auch in Südkorea etablieren sich Diktaturen, die das Land unter grossem Druck eisern regieren und Versuche der Befreiung blutig unterdrücken.
Interessanterweise wachsen die koreanischen Kirchen stürmisch. Die Zahl der Christen steigt rasant, sodass rund 25 % der Bevölkerung Christen werden. So entstehen blühende, starke Kirchen meistens presbyterianischer (= reformierter) Prägung.
Kontakte zu den Schweizer Kirchen
Recht bald gibt es auch Kontakte zu schweizerischen Kirchen. Koreanische Studenten der Theologie tauchen an den schweizerischen theologischen Fakultäten auf und doktorieren hier, während Schweizer Theologen (wie die Professoren Fritz Buri, Werner Bieder, Heinrich Ott, Jan Milic Lochmann) an koreanischen Universitäten dozieren. Die Basler Mission entsendet 1977 einen Mitarbeiter ins Land, und auf Anregung unseres August Bänziger bildet sich im Rahmen der Schweizer Kirchen etwa 1978 ein Korea-Arbeitskreis. So werden die Beziehungen immer enger geknüpft, bis dann im Jahre 1988 der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Pfarrer Heinrich Rusterholz, mit zwei der grossen Presbyterianischen Kirchen Koreas einen Freundschafts- und Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Die Beziehungen haben damit einen ersten Höhepunkt erreicht.
Korea und die SOAM
Wie aber kommt die SOAM in dieses Beziehungsnetz hinein? Die stürmische Entwicklung der koreanischen Kirchen und die politischen Verhältnisse tragen dazu das ihre bei. Denn diese Kirchen empfinden nach den Jahren des Wachstums das Bedürfnis, eine Phase der Besinnung einzuschalten und ihre Wurzeln zu suchen. Sie finden diese schliesslich in der Schweiz und in der Schweizer Reformation. Einerseits sind die koreanischen Christen, die lange in diktatorischen Verhältnissen leben müssen, beeindruckt von der Schweizer Demokratie. Auf der andern Seite stellen die politischen Verhältnisse Fragen nach Recht, sozialer Gerechtigkeit und menschlicher Würde. Ferner wird die Menschenrechtsproblematik bedrängend wichtig wie auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Viele Antworten werden in der Schweizer Reformation, in den Werken von Zwingli und Calvin und späterer Schweizer Theologen (Leonhard Ragaz) gefunden. Die Basler Mission und die SOAM entsenden in der Person des späteren SOAM-Vorstandsmitgliedes Pfr. Dr. H. U. Jäger, Einsiedeln, einen Kenner der Reformationsgeschichte und der Theologie von Leonhard Ragaz nach Korea, wo er zahlreiche Vorträge und Vorlesungen hält. So entsteht eine Beziehung zur SOAM, welcher unser Kirchenbund schliesslich das Mandat zur Pflege der Beziehungen mit den erwähnten koreanischen Kirchen überträgt.
Eine weitere Ebene beidseitiger Interessen sind die Nöte der koreanischen Bauernschaft und die Existenzfragen der Schweizer Bauern. Dank der Initiative von Pfr. U. Tobler, Müntschemier, entsteht ein Projekt zum Austausch und gegenseitigen Lernen auf dem Gebiet der Landwirtschaft. Der Verfasser begründet in einer ausführlichen, sorgfältig ausgearbeiteten Beschreibung Sinn und Ziel des neuen Projektes, das bald in die Phase der Verwirklichung geht.
Beginn der systematischen Zusammenarbeit:
Programme und Konsultationen
Nach dem Abschluss der oben erwähnten Verträge kommt es im Jahre 1990 zu einer ersten schweizerisch-koreanischen Kirchenkonsultation. Diese findet in unserm Land statt und führt eine hochrangige koreanische Delegtion zu den Stätten der Schweizer Reformation, also nach Zürich, Genf, Bern und Basel. Im weitern ist die Zusammenkunft Fragen evangelischer Spiritualität und sozialer Art gewidmet.
1993 reist eine stattliche Schweizer Delegation, der auch der Schreibende angehören durfte, nach Korea, um das Land und seine aktuellen Probleme, aber auch seine Schönheiten und die Gastfreundschaft seiner Menschen kennen zu lernen. Ebenfalls werden verschiedene aktuelle Fragen des kirchlichen Lebens behandelt. Auf dieser zweiten Konsultation werden bereits erste praktische Erfahrungen ausgetauscht und weitere Schritte auf dem gemeinsamen Weg geplant.



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